Krank durch Weltfreundschaft

Aus einer verlorenen, vom Satan beherrschten Welt sind die Gläubigen gerettet. Der Vater hat sie dem Herrn Jesus aus der Welt gegeben, damit sie nun Sein Herz erfreuen und der Welt gegenüber Seine Zeugen – Zeugen Seiner heiligen, rettenden Liebe seien! Sie sind nun nach Gottes Willen und sollen sein „Geheiligte durch Wahrheit“; d.h. das Wort und der Wille Gottes ziehen eine klare Grenzlinie zwischen ihrem Leben und dem Leben der Welt – zwischen ihren Anschauungen und den Anschauungen der Welt. Gott, der Gott der Herrlichkeit, hat sich ihrer erbarmt und sie durch Jesus aus Gnaden an Sein Herz und in Seine Gemeinschaft gezogen. Nun sollen sie Briefe Jesu Christi sein, in welchen die Welt etwas ganz Neues liest: Göttliches Leben, göttliche Liebe, Gerechtigkeit, Friede und Freude. „Unser Brief seid ihr selbst, in unsere Herzen geschrieben, erkannt und gelesen von jedermann. Es ist ja offenbar, dass ihr ein Brief des Christus seid, durch unseren Dienst ausgefertigt, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln des Herzens.“ (2Kor. 3,2-3) Das ist gesundes Christentum!

Aber es ist ein Feind da, der alles darauf anlegt, die Erlösten zurückzuziehen auf den alten breiten Weg! Er lockt sie von Neuem in seine Netze; er bietet ihnen die Lust des Fleisches, die Lust der Augen, den Hochmut des Lebens an. Harmlos stellt er ihnen diese Dinge vor und das Mitmachen als ungefährlich. Er sagt: „Übertreibe es doch nicht mit deinem Christentum; du bereitest dir ja so viel unnötige Kämpfe!“ Ja, die Welt bietet ihnen von neuem ihre Freundschaft an. Aber die Freundschaft mit der Welt ist Feindschaft gegen Gott, Ehebruch Gott gegenüber, der uns in diese heilige Verbindung mit sich selbst brachte! O, wie listig ist der Feind, wie gefährlich sind seine Lockungen! Die Wahrheit ist, dass die Welt die echten Kinder Gottes hasst und dass der Teufel auf jede Weise das Zeugnis der rettenden Gnade Gottes zunichtemachen will.

Ja, die Gefahr der Verweltlichung umgibt uns von allen Seiten. Die durch Weltfreundschaft geschädigten und gebundenen Kinder Gottes sind aller Kraft und Freude, aller wahren Freiheit beraubt; sie müssen so tun, wie ihre unbekehrten Verwandten und Freunde es wollen – wie der Teufel es will! In welche Gefahren und Schwierigkeiten innerer und äußerer Art begab sich doch der fromme König Josaphat, als er sich erst mit dem gottlosen Ahab verschwägerte und dann in einen gemeinsamen Kriegszug mit ihm einwilligte! Wenn wir der Welt auch nur den kleinen Finger geben, so nimmt sie bald die ganze Hand. Ja, der Satan würde das untreue Kind Gottes ganz verderben und verschlingen, wenn der Herr nicht noch riefe, warnte und die Hand nach demselben ausstreckte! Nicht umsonst schreibt Paulus uns: „Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann; dem widersteht fest im Glauben!“ (1Pt. 5,8-9) Paulus ermahnt: „Seid nicht gleichförmig dieser Welt!“ (Röm. 12,2) Das bezieht sich auf alle Gebiete unseres Lebens: Kleidung und Haartracht, Benehmen und Gespräche, Arbeit und Erholung, Bücher und Zeitschriften, Wohnungseinrichtung usw. (Radio, Fernsehen, Videofilme, Internet sind heutzutage wohl noch hinzuzufügen). Kein Gläubiger kann im Theater, im Zirkus, auf Sportfesten oder auf dem Ball (heute z.B. in einer Diskothek und im Kino) ein Zeuge für Christum sein! Alle diese Veranstaltungen und weltlichen Bestrebungen verfolgen den Zweck, die Nähe der Ewigkeit und die Gegenwart des heiligen Gottes dem Bewusstsein der Menschen fern zu rücken – zu verhüllen. Der Teufel will die Menschen betrügen durch die Lust und Mühen der vergänglichen Dinge.

Kind Gottes, wenn du in die Welt, in ihre Bestrebungen und ihre Freundschaft hineingezogen wurdest: „Rette dich! [ …] Gönne deinen Augen keinen Schlaf und deinen Lidern keinen Schlummer! Rette dich wie eine Gazelle aus der Schlinge des Jägers und wie ein Vogel aus der Hand des Vogelstellers!“ (Spr. 6,3-5)