Krank durch Ungehorsam in kleinen Dingen

Manche Gläubige stehen noch derart unter dem Gesetz vom Sinai, dass sie nur moralische Fehltritte (Lüge, Unredlichkeit, Unreinheit) nach den Geboten als Sünde verurteilen. Und doch redet schon das Gesetz so klar vom Ungehorsam gegen Gott, als der Sünde aller Sünden. Es kommt auf deine ganze Herzenseinstellung dem Herrn gegenüber an! Er spricht: „Gib mir, mein Sohn (das Wort gilt auch jeder Tochter), dein Herz, und lass deinen Augen meine Wege wohl gefallen!“ (Spr. 23,26) „O dass du doch auf meine Gebote geachtet hättest! Dann wäre dein Friede wie ein Wasserstrom gewesen und deine Gerechtigkeit wie Meereswellen.“ (Jes. 48,18) In diesen Worten vernehmen wir die göttlichen Vorbedingungen für Seine Segnungen. Der Ungehorsam und Eigenwille vieler Kinder Gottes beraubt ihr Leben des Wachstums, ihr Zeugnis der Kraft und ihre Persönlichkeit der Heiligung. Sie werden nicht wirklich gottgeweihte Menschen. Sie kommen nie zu einem wirklichen Bleiben in Jesu, und darum bringen sie auch nicht die gottgewollte Frucht. Sie meinen, es handle sich bei ihrem Eigenwillen und Ungehorsam um kleine, unwesentliche Dinge: z.B. Trägheit, übereilte Worte, verschwendete Groschen, versäumte Minuten. Ach, sie wissen nicht, dass gerade diese „kleinen Füchse“ den Weinberg eines Christenlebens verderben, und darum fangen sie dieselben nicht. In Wahrheit blickt ihr Herz nicht in heiliger Liebe und Dankbarkeit nach dem Herrn, um in demütiger Abhängigkeit von Ihm zu wandeln, zu arbeiten, zu ruhen, zu reden und zu schweigen. So wird die Arbeit des Heiligen Geistes in ihnen verhindert. Sie wachsen nicht hinein in die Jesusähnlichkeit. Jesus sagt: „Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht.“ (Lk. 16,10) Kein Wunder, dass solche Gotteskinder auch in den großen Proben versagen. Ungehorsam zieht Unsegen, ja Fluch nach sich. Ungehorsam ist Majestätsbeleidigung gegen unseren liebenden Herrn.

Ja, der Eigenwille, das Widerstreben gegen den erkannten Willen, gegen das klare Wort des Herrn sind Sünden, welche in den Augen Gottes schwerer wiegen als das Überwundenwerden in einer augenblicklichen Versuchung. In welch traurige Verfassung geraten doch solche Kinder Gottes; wie viel selbstverschuldete Schwierigkeiten und Leiden haben sie zu tragen: „Weil sie den Worten Gottes widerstrebt und den Rat des Höchsten verachtet hatten, sodass er ihr Herz durch Unglück beugte - sie strauchelten, und niemand half ihnen.“ (Ps 107,11-12) Wird es Gott noch gelingen, sie zu willigen, gehorsamen Kindern zu machen?