Krank, weil nicht gereinigt

Viele Kinder Gottes die einmal treu und glücklich für den Herrn wandelten, kommen in einen kranken Seelenzustand, weil sie die reinigende und zurechtbringende Gnade nicht in Anspruch nehmen! Wer im Bewusstsein der Gegenwart Gottes lebt, dessen Gewissen wird alsbald unruhig, wenn er Gott betrübt hat durch irgendeine Untreue in Gedanken, Mienen (Ausdrücken), Worten oder Taten! Sein Gewissen bezeugt ihm: „Es ist etwas Hinderndes zwischen dich und deinen Gott getreten! Du bist nicht mehr glücklich! Der Friede deines Herzens, die Freude in der Gemeinschaft deines Herrn ist dahin! Du hast den Heiligen Geist betrübt!“

Was ist nun zu tun? Die Schrift beantwortet uns klar diese wichtige Frage. Das gestrauchelte, beschwerte Kind Gottes soll Zurechtbringung suchen durch ein aufrichtiges Bekennen der Sünde vor dem Herrn: „Wer seine Schuld verheimlicht, dem wird es nicht gelingen, wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen.“ (Spr. 28,13) Wo man gegen Menschen gefehlt hat, soll man zu ihnen gehen und sich demütigen – herzlich um Vergebung bitten! Es ist erstaunlich wie zahlreiche Gläubige es auch Hochmut und Gleichgültigkeit fertig bringen, über diese klare Notwendigkeit wegzugehen. Ist es ein Wunder, dass sie sich des Lichtes Seines heiligen Angesichts nicht freuen können?

Wie ganz anders, wenn das Herz sich aufrichtig beugt – wenn man seinen Fehler, seine Schuld vor Gott und vor Menschen beim rechten Namen nennt und sich darunter stellt in Demut und Buße! Dann erlangt die Seele volle Vergebung. Der Druck weicht, das Licht des göttlichen Angesichts leuchtet ihr von neuem – ja, heller denn zuvor! Man steht dem Herrn näher als vorher, wenn man sich tief und gründlich von einer Sündenschuld oder Sündengewohnheit reinigt!

Ach, wie viele gestrauchelte, befleckte, gedrückte Kinder Gottes suchen nicht die reinigende, zurechtbringende Gnade. In ihrem geschädigten, verunreinigten Zustand gehen sie weiter – manchmal durch Tage, Wochen, Monate, ja Jahre! Natürlich benutzt der Feind die ihm gebotene Gelegenheit, das untreue Kind Gottes immer mehr von dem schmalen Weg des Glaubens und der Wachsamkeit wegzubringen, es tiefer in Sünde zu verstricken! Da wird der Herr oft sehr verunehrt vor der Welt. Und es bedarf vielfach tiefer Wege göttlicher Zucht, um solch einen Christen zum Stillstehen, zum Bekennen, zu wirklicher Reinigung und Erneuerung zu bringen. Es ist also überaus wichtig, sofort und ohne Aufschub die vergebende, reinigende Gnade zu suchen. Weil dies versäumt wird, darum so viele kranke Kinder Gottes!