Krank durch Götzendienst – besonders durch Geldliebe

Das Gebot vom Sinai beginnt: „Ich bin der Herr, dein Gott, […] du sollst keine anderen Götter neben mir haben!“ (2Mo. 20.2-3) Der betagte Apostel Johannes beschließt seinen ersten Brief mit den Worten: „Kinder, hütet euch vor den Götzen!“ Es ist für unser Herz mehr Gefahr durch Götzendienst vorhanden, als wir denken. Fast der gefährlichste Götze für die Gläubigen ist das Geld. Nicht umsonst hat der Herr Jesus ein ganzes Kapitel in der Schrift dieser Wahrheit gewidmet: „Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon!“ (Lk. 16) Nicht der Besitz ist Sünde, aber das Vertrauen auf Geld und Besitz, das Hängen an Hab und Gut. Nicht der Herr Jesus, nicht die Dinge Gottes nehmen das Herz ein, sondern das Trachten nach vergänglichen Dingen, die Liebe zum Geld.

Dieser heimliche Götze treibt sein glaubenzerstörendes, seelenverderbendes Werk ganz im Verborgenen. Welch warnendes Beispiel hierfür ist Judas. Er lebte und wandelte scheinbar, wie die andern Jünger auch. Aber wie sah es in seinem Inneren aus! Und wohin brachte ihn der Teufel! Zum Verrat an seinem Herrn und Meister. So merkt es vielleicht niemand im Gemeinschaftskreis, wenn im Herzen eines Kindes Gottes das Vertrauen für die Zukunft und für die Kinder mehr und mehr auf Besitz und Erwerb, auf Geld und Gut gegründet wird. Welch unzuverlässiger Götze! Er vertreibt Freude und Frieden aus Herz und Haus; die Loblieder verstummen; das Leben wird kalt und einsam; die Liebe erstirbt! O, Kind Gottes, fliehe diesen Götzendienst! Setze dein Vertrauen in allen Dingen, auch in deiner äußeren Versorgung, nicht auf dein Sparkonto, nicht auf dein Geschäft und auf deinen Erwerb, sondern allein auf den lebendigen Gott! „Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? oder: Was werden wir trinken? oder: Womit werden wir uns kleiden? Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden, aber euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles benötigt.“ (Mt. 6,31-32)

Jedoch gibt es auch noch andere gefährliche Götzen, deren Dienst das Leben eines Kindes Gottes ganz aus der rechten Bahn bringt. Alles, was vor dem Herrn oder neben dem Herrn ein Fels des Vertrauens, ein Gegenstand fürs Herz ist oder Zuflucht in Not und Schmerz, kann zum Götzen werden. Das kann ein geliebter Ehegatte, ein Kind, ein Freund oder eine Freundin oder irgendein Mensch, die Gesundheit, der Arzt, eine Ehrenstellung, die Arbeit, ein schönes Haus, ja selbst ein Pferd oder ein Hund oder sonst etwas sein! Der verbreitetste Götze unter dem Volke Gottes ist wohl das eigene Ich. O, wie viele Kinder Gottes kommen von ihrem Ich nicht los. Und dieses verdrängt den Herrn in ihrem Herzen und Leben und beherrscht den Alltag. Darum sind sie eingebildet und empfindlich, neidisch und ärgerlich, traurig und unglücklich, darum kommt es bei ihnen zu keinem Siegesleben. Kind Gottes, hast du Götzen? Sage nicht so schnell: Nein! Wenn du solche hast, o liefere sie aus! Lass nicht die Ewigkeitsfrucht deines kurzen Erdenlebens vereitelt werden.