Kranke Kinder Gottes

Diese Seite befasst sich mit geistlichen Krankheiten, die wiedergeborene Christen „von Geburt an“ haben oder später befallen können. Wie die seelischen und körperlichen Krankheiten zu verminderter Leistungsfähigkeit und Lebensfreude im natürlichen Leben führen, so geschieht das auch durch die geistlichen Krankheiten im Glaubensleben. Da unser himmlischer Vater uns aber gern als fröhliche Gotteskinder sehen möchte, zeigen die folgenden kurzen Betrachtungen klare und deutliche Rezepte, wie kranke Kinder Gottes gesund und glücklich werden können.

Die Krankheiten

Bezüglich der körperlichen und seelischen Krankheiten des natürlichen Menschen kommt die Wissenschaft zu immer besseren Resultaten in der Erkenntnis und Behandlung derselben. Ältere Erkenntnisse gelten vielfach als überholt und manchmal sogar falsch. Nicht so ist es bei den Krankheiten der Kinder Gottes. Was die „Alten“ aus dem Wort Gottes über das Erkennen und Behandeln dieser Krankheiten wussten, gilt unbestritten heute noch. Die folgenden Betrachtungen (bitte anklicken) erschienen 1927 als „Bibelzettel“ beim Verlag Schwert und Schild in Schlesien.

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Dem Herausgeber dieser Internetseite ist es ein Herzensanliegen, die wertvollen Artikel aus der Broschüre „Kranke Kinder Gottes“ für viele Christen zugänglich zu machen. Durch die freundliche Genehmigung des »Christlichen Schriftenmissionsdienstes Rißbrücke« konnte dies realisiert werden. Hierbei werden keinerlei kommerzielle Ziele verfolgt. Auch werbe ich für keine Kirche, Sekte, religiöse oder politische Partei, noch für sonst irgendeine von Menschen erdachte Organisation. Bei oben genanntem Missionswerk sind neben vielen weiteren Traktaten auch kostenfreie Verteil-Exemplare der Broschüre „Kranke Kinder Gottes“ im DIN-A6 Format bestellbar.

Jesus Christus spricht:
„Geht ein durch die enge Pforte! Denn die Pforte ist weit und der Weg ist breit, der ins Verderben führt; und VIELE sind es, die da hineingehen. Denn die Pforte ist eng und der Weg ist schmal, der zum Leben führt; und WENIGE sind es, die ihn finden.“ (Mt. 7,13-14)

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Krank geboren

Es gibt Kinder Gottes welche geistlich krank geboren sind. Ihre Wiedergeburt (oder Bekehrung) war keine klare und durchgreifende, teils infolge mangelhafter oder verkehrter Unterweisung, teils infolge mangelnder Willigkeit zur Sündenerkenntnis! Die gründliche Einsicht und Beugung über die Sünden deines Wesens und deiner Vergangenheit hat gefehlt, Kind Gottes, und darum bist du bis heute zu keinem gesunden, freudigen Glaubensleben durchgedrungen! Jesus selbst und alle Seine echten Diener haben die Menschen erst zur Buße, dann zum Glauben an das herrliche Evangelium geführt! Wohl weckten die Zeugnisse der göttlichen Wahrheit und die Strahlen der göttlichen Liebe das neue Leben in deiner Seele auf; du erkanntest dich als Sünder und den Herrn Jesum als den alleinigen Retter und nahmst Ihn an. Weil du aber von deinem verlorenen Zustand und von der in deiner Natur wohnenden Sünde nicht gründlich aus dem Worte Gottes überführt wurdest, so meintest du bisher, durch eigene Bemühungen, Vorsätze oder Gelübde die Macht der Sünde überwinden zu können! Du erfasstest nicht den Unterschied zwischen Gesetz und Evangelium und mühtest dich auf deine Weise ab, dich Gott wohlgefällig zu machen! Ja, du trautest dir – bewusst oder unbewusst – selbst Kraft und Tugend zu. So führtest du ein Leben von Bemühungen, Straucheln, Fallen und Wiederaufstehen! Bei einem solchen Leben wird ein Kind Gottes umso unglücklicher, je gewissenhafter es zu sein begehrt. Erst wenn er endlich, endlich an der eigenen Kraft zuschanden geworden ist, erfährt ein solcher Christ, dass nur in dem Herrn Kraft und Bewahrung ist. Er wird vom Gesetz befreit und lernt die glückselige Wahrheit: Nur in dem HERRN, wird man von mir sagen, habe ich Gerechtigkeit und Stärke! (Jes. 45,24) Und nun endlich beginnt ein anderes Leben für ihn – ein Leben der Kraft und des Friedens, des täglichen Sieges und der selbstlosen Liebe – ein Leben, das des Herrn Jesu würdig ist und Ihm Ehre bringt. Manche übergeben sich dem Herrn in dem Verlangen, bei Ihm glücklich zu werden nach so vielen an den Menschen erlebten Enttäuschungen. Sie werden mehr durch ihr wundes Herz zu Jesu getrieben, als durch die Erkenntnis ihrer Schuld. Wenn sie aufrichtig sind, holt die göttliche Erziehung diesen Mangel nach und führt sie durch Sein Wort und Seinen Heiligen Geist zum Bewusstsein ihrer vielen Sünden, ihrer argen Natur. Dann räumen sie noch nachträglich ihre Vergangenheit auf, bekennen und ordnen, was im Licht der göttlichen Gegenwart ihnen zur Gewissenslast wird. Dann wird es wirklich ein Neues! Der Glaubende kommt zur Freude des Heils und zu dauerndem Frieden, sobald er verstehen lernt, was ein Mensch in Christo ist, sobald er es im Glauben erfasst: Ich darf für die Proben, Versuchungen und Schwierigkeiten des Alltags schöpfen aus dem Reichtum der Herrlichkeit Gottes! Durch Den, der mich liebt, bin ich mehr als Überwinder! Auf solche Weise wird das innere Leben gesund und zu der Höhe emporgehoben, die Gott für alle Glaubenden bereitet und bestimmt hat.

Krank durch Götzendienst – besonders durch Geldliebe

Das Gebot vom Sinai beginnt: Ich bin der Herr, dein Gott, […] du sollst keine anderen Götter neben mir haben! (2Mo. 20.2-3) Der betagte Apostel Johannes beschließt seinen ersten Brief mit den Worten: Kinder, hütet euch vor den Götzen! Es ist für unser Herz mehr Gefahr durch Götzendienst vorhanden, als wir denken. Fast der gefährlichste Götze für die Gläubigen ist das Geld. Nicht umsonst hat der Herr Jesus ein ganzes Kapitel in der Schrift dieser Wahrheit gewidmet: Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon! (Lk. 16) Nicht der Besitz ist Sünde, aber das Vertrauen auf Geld und Besitz, das Hängen an Hab und Gut. Nicht der Herr Jesus, nicht die Dinge Gottes nehmen das Herz ein, sondern das Trachten nach vergänglichen Dingen, die Liebe zum Geld. Dieser heimliche Götze treibt sein glaubenzerstörendes, seelenverderbendes Werk ganz im Verborgenen. Welch warnendes Beispiel hierfür ist Judas. Er lebte und wandelte scheinbar, wie die andern Jünger auch. Aber wie sah es in seinem Inneren aus! Und wohin brachte ihn der Teufel! Zum Verrat an seinem Herrn und Meister. So merkt es vielleicht niemand im Gemeinschaftskreis, wenn im Herzen eines Kindes Gottes das Vertrauen für die Zukunft und für die Kinder mehr und mehr auf Besitz und Erwerb, auf Geld und Gut gegründet wird. Welch unzuverlässiger Götze! Er vertreibt Freude und Frieden aus Herz und Haus; die Loblieder verstummen; das Leben wird kalt und einsam; die Liebe erstirbt! O, Kind Gottes, fliehe diesen Götzendienst! Setze dein Vertrauen in allen Dingen, auch in deiner äußeren Versorgung, nicht auf dein Sparkonto, nicht auf dein Geschäft und auf deinen Erwerb, sondern allein auf den lebendigen Gott! Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? oder: Was werden wir trinken? oder: Womit werden wir uns kleiden? Denn nach allen diesen Dingen trachten die Heiden, aber euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles benötigt. (Mt. 6,31-32) Jedoch gibt es auch noch andere gefährliche Götzen, deren Dienst das Leben eines Kindes Gottes ganz aus der rechten Bahn bringt. Alles, was vor dem Herrn oder neben dem Herrn ein Fels des Vertrauens, ein Gegenstand fürs Herz ist oder Zuflucht in Not und Schmerz, kann zum Götzen werden. Das kann ein geliebter Ehegatte, ein Kind, ein Freund oder eine Freundin oder irgendein Mensch, die Gesundheit, der Arzt, eine Ehrenstellung, die Arbeit, ein schönes Haus, ja selbst ein Pferd oder ein Hund oder sonst etwas sein! Der verbreitetste Götze unter dem Volke Gottes ist wohl das eigene Ich. O, wie viele Kinder Gottes kommen von ihrem Ich nicht los. Und dieses verdrängt den Herrn in ihrem Herzen und Leben und beherrscht den Alltag. Darum sind sie eingebildet und empfindlich, neidisch und ärgerlich, traurig und unglücklich, darum kommt es bei ihnen zu keinem Siegesleben. Kind Gottes, hast du Götzen? Sage nicht so schnell: Nein! Wenn du solche hast, o liefere sie aus! Lass nicht die Ewigkeitsfrucht deines kurzen Erdenlebens vereitelt werden.

Krank durch irdische Gesinnung

Nicht alles, was die Welt bietet, trägt ohne weiteres das Gepräge des Gotteswidrigen. Aber auch in den erlaubten und notwendigen Dingen des irdischen Lebens, im Essen und Trinken, im Kaufen und Verkaufen, in Handel und Gewerbe bedarf ein Christ vieler Wachsamkeit und Bewahrung. Paulus schreibt seinen geliebten Korinthern: Die Zeit ist nur noch kurz bemessen! So sollen nun in der noch verbleibenden Frist die, welche Frauen haben, sein, als hätten sie keine, und die weinen, als weinten sie nicht, und die sich freuen, als freuten sie sich nicht, und die kaufen, als besäßen sie es nicht, und die diese Welt gebrauchen, als gebrauchten sie sie gar nicht; denn die Gestalt dieser Welt vergeht. (1Kor. 7,29-31) Die welche weltliche Einrichtungen in Anspruch nehmen, als solche, die dies nicht aus eigenem Ermessen tun, sondern nur soweit sie es als den Willen Gottes erkennen. Ob ihr nun esst oder trinkt oder sonst etwas tut — tut alles zur Ehre Gottes! Gebt weder den Juden noch den Griechen noch der Gemeinde Gottes einen Anstoß, so wie auch ich in allen Stücken allen zu Gefallen lebe und nicht meinen Nutzen suche, sondern den der vielen, damit sie gerettet werden. Seid meine Nachahmer, gleichwie auch ich [Nachahmer] des Christus bin! (1Kor. 10,31-11,1) Um die Grenzlinie zwischen uns und der Welt stets zu erkennen – um zu empfinden, was sich für einen Nachfolger Christi schickt oder nicht schickt, dazu bedarf es eines feinen geistlichen Taktgefühls – dazu müssen wir in demütiger Abhängigkeit vor Gott wandeln und nach den Augen unseres heiligen, liebenden Herrn blicken, mit Seinem Herzen in inniger Gemeinschaft sein! Paulus spricht von Christen, deren Gott der Bauch ist – die auf das Irdische sinnen – Feinde des Kreuzes Christi, deren Ende das Verderben ist. Wie ernst ist diese Warnung! Ja, die irdische Gesinnung ist eine schwere Krankheit bei Kindern Gottes. Wird sie noch zu heilen sein? Sie beginnt unbemerkt in den Gedanken des Herzens, welche so leicht für sich selbst oder für die Kinder nach dem trachten, was auf Erden ist. Man denkt an eine lange Lebenszeit auf Erden. Die Hoffnungen und Wünsche malen sich ihr Ziel, ihr Paradies ist irdisch. Man vergisst, wie flüchtig und unsicher das Leben hier ist. Man vergisst, dass Christus unser Leben ist und dass er uns droben die ewige Heimat und Herrlichkeit bereitet hat! Man vergisst, dass unser Herr hier auf Erden nicht hatte, wohin Er das Haupt legen konnte. Man vergisst, wozu der Herr Jesus uns in die Welt gestellt hat! Ja, ein irdisch gesinnter Gläubiger macht sich den Weg breit in allem, was Genuss und Bequemlichkeit betrifft. Was dem Fleisch, der angeborenen Natur gefällt, das bildet den Gegenstand der Gedanken, Gespräche und Wünsche. Ob es sich um Essen, Trinken, Kleidung, Umgang, Sport, Rauchen, Vergnügungsreisen handelt – oder um das Trachten nach Ehre oder nach Geld und Wohlstand: das Leben erhält allmählich immer mehr den Stempel der irdischen Gesinnung. Der Unterschied, der den Nachfolger Christi gegenüber den Kindern dieser Welt kennzeichnet, verschwindet. Die Persönlichkeit – das Familienleben wirkt auf die Umgebung nicht mehr als ein leuchtendes Licht – nicht mehr als ein der Fäulnis wehrendes Salz! Das Salz ist fade geworden; womit soll man es salzen? Das Licht ist herunter gebrannt und am Erlöschen, woher soll Leuchtkraft kommen? In solch krankes, ja absterbendes Christentum kann nur noch die heilige, mächtige Hand Gottes eingreifen mit ernster Züchtigung – sei es schwere Krankheit oder Sterben, sei es Verarmung oder Berufsschwierigkeiten oder sonstige Nöte! Wird es möglich sein, diese Kinder Gottes noch zu heilen von ihrer irdischen Gesinnung – das göttliche Leben bei ihnen noch wirksam zu machen?

Krank, weil man keine Zeit für den Herrn hat

Satan, der listige Feind, benützt bei vielen Gläubigen die gottgegebenen Pflichten in Haus und Beruf, um ihnen den Gedanken einzuflößen, sie hätten wegen der Menge ihrer Arbeit und Aufgaben keine Zeit, stille vor dem Herrn zu werden – täglich sich die geordnete Zeit zu nehmen zum Gebet und zum ruhigen Aufnehmen des Wortes Gottes! Wer ein Kind Gottes ist, braucht unbedingt – ganz abgesehen von der etwaigen gemeinsamen Hausandacht – ein tägliches Alleinsein vor dem Angesicht seines Gottes, wo Gott zu ihm redet durch die Heilige Schrift und wo er mit Gott redet im Gebet. Der große Staatsmann und Prophet Daniel, der höchste Minister des medischpersischen Weltreiches, hat bei all seinen dringenden und vielseitigen Amtsgeschäften daran festgehalten, dreimal am Tage in sein Obergemach hinaufzusteigen, wo er offene Fenster nach der heiligen Stadt Jerusalem hin hatte. Dort wurde er stille vor seinem Gott und kniete vor Ihm nieder mit Lobpreis, Danksagung und Bitte! Da lauschte er auf Gottes Stimme in der Schrift. Kein Wunder, dass wir hören: Und dieser Daniel stand in großem Ansehen! (Dan. 6,29) Der Segen Gottes und große Glückseligkeit ist denen beschieden, die ihrem Gott das erste und Beste ihrer Zeit geben – die nicht erst beten und die Schrift lesen, wenn ihre ganze Kraft durch des Tages Last und Hitze verzehrt worden ist! Gerade durch jenen heiligen, täglich gepflegten Umgang mit Gott war Daniel stark, um glaubend und vertrauend durch die größten Bedrängnisse, die heißesten Proben zu gehen, die sein Weg mit sich brachte. Denken wir auch an Maria. Ihre irdisch gesinnte Schwester wollte ihr das gute Teil streitig machen, zu Jesu Füßen zu sitzen und auf Seine Rede zu lauschen. Gibt es nicht auch heute genug Mütter und Schwestern, welche eine ähnliche Gesinnung zeigen, wie die Martha? Der Herr Jesus aber hatte Wohlgefallen an dieser Herzensgesinnung seiner Jüngerin und sprach: Maria aber hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden! (Lk. 10,42) Keineswegs war Maria etwa nachlässig in ihrer Pflichterfüllung. Wir dürfen überzeugt sein, dass sie, ehe Jesus kam, fleißig gearbeitet und ihrer Schwester geholfen hat. Aber ihrem Herzen war der Platz zu Jesu Füßen wichtiger als das Schaffen! Und wenn Er da war, dann nahm sie sich Zeit, um zu hören, was Jesus ihr zu sagen hatte! Weitaus die meisten Kinder Gottes, welche in eine ungöttliche Verfassung gerieten – deren Herzen gegen Gott und die Mitgläubigen erkalteten, haben dies verschuldet durch verkehrte Tagesanfänge, durch versäumte Morgenstille, durch Vernachlässigung des persönlichen Gebets und des Wortes Gottes oder durch Versäumen der gesegneten Zusammenkünfte der entschiedenen Kinder Gottes. Die Erstlinge des Tages gehören von Rechts wegen Gott. Abraham und andere Männer Gottes standen des Morgens früh auf. Wer die stille Morgenstunde mit dem Herrn versäumt, wer das Manna nicht einsammelt, ehe die Sonne hochsteigt, der wird Mangel leiden! Sobald die Berührungen und Begegnungen mit den Menschen beginnen, wird für ein ungerüstetes Kind Gottes die Kraftlosigkeit, der Mangel an Freude und Friede empfindbar! Wir brauchen jeden Morgen neu die ganze kostbare Waffenrüstung, um die kleinen und großen Proben des Tages siegreich zu bestehen! Gott schreibt uns allerdings wegen der Zeit und Stunde kein Gesetz vor. Manche abgearbeitete Mutter, die Mann und Kinder früh zu versorgen hat, nimmt sich ihre stille Stunde vielleicht ruhiger, wenn der Mann und die schulpflichtigen Kinder fortgegangen, die Zimmer aufgeräumt sind, ehe sie ans Kochen geht. Wie dem auch sei: Mein erster Blick, wenn ich erwache, sei auf Dich hin, Herr Jesu Christ. Und auf die wunderbare Sache, dass Du für mich gestorben bist! Wie aber könnte ein Kind Gottes kraftvoll und siegreich durchs Leben gehen, wenn es Tag für Tag versäumt, aus den Quellen der Kraft und des Friedens zu trinken? Seine Seele muss ja ermatten und verdursten!

Krank, weil nicht gereinigt

Viele Kinder Gottes die einmal treu und glücklich für den Herrn wandelten, kommen in einen kranken Seelenzustand, weil sie die reinigende und zurechtbringende Gnade nicht in Anspruch nehmen! Wer im Bewusstsein der Gegenwart Gottes lebt, dessen Gewissen wird alsbald unruhig, wenn er Gott betrübt hat durch irgendeine Untreue in Gedanken, Mienen (Ausdrücken), Worten oder Taten! Sein Gewissen bezeugt ihm: Es ist etwas Hinderndes zwischen dich und deinen Gott getreten! Du bist nicht mehr glücklich! Der Friede deines Herzens, die Freude in der Gemeinschaft deines Herrn ist dahin! Du hast den Heiligen Geist betrübt! Was ist nun zu tun? Die Schrift beantwortet uns klar diese wichtige Frage. Das gestrauchelte, beschwerte Kind Gottes soll Zurechtbringung suchen durch ein aufrichtiges Bekennen der Sünde vor dem Herrn: Wer seine Schuld verheimlicht, dem wird es nicht gelingen, wer sie aber bekennt und lässt, der wird Barmherzigkeit erlangen. (Spr. 28,13) Wo man gegen Menschen gefehlt hat, soll man zu ihnen gehen und sich demütigen – herzlich um Vergebung bitten! Es ist erstaunlich wie zahlreiche Gläubige es auch Hochmut und Gleichgültigkeit fertig bringen, über diese klare Notwendigkeit wegzugehen. Ist es ein Wunder, dass sie sich des Lichtes Seines heiligen Angesichts nicht freuen können? Wie ganz anders, wenn das Herz sich aufrichtig beugt – wenn man seinen Fehler, seine Schuld vor Gott und vor Menschen beim rechten Namen nennt und sich darunter stellt in Demut und Buße! Dann erlangt die Seele volle Vergebung. Der Druck weicht, das Licht des göttlichen Angesichts leuchtet ihr von neuem – ja, heller denn zuvor! Man steht dem Herrn näher als vorher, wenn man sich tief und gründlich von einer Sündenschuld oder Sündengewohnheit reinigt! Ach, wie viele gestrauchelte, befleckte, gedrückte Kinder Gottes suchen nicht die reinigende, zurechtbringende Gnade. In ihrem geschädigten, verunreinigten Zustand gehen sie weiter – manchmal durch Tage, Wochen, Monate, ja Jahre! Natürlich benutzt der Feind die ihm gebotene Gelegenheit, das untreue Kind Gottes immer mehr von dem schmalen Weg des Glaubens und der Wachsamkeit wegzubringen, es tiefer in Sünde zu verstricken! Da wird der Herr oft sehr verunehrt vor der Welt. Und es bedarf vielfach tiefer Wege göttlicher Zucht, um solch einen Christen zum Stillstehen, zum Bekennen, zu wirklicher Reinigung und Erneuerung zu bringen. Es ist also überaus wichtig, sofort und ohne Aufschub die vergebende, reinigende Gnade zu suchen. Weil dies versäumt wird, darum so viele kranke Kinder Gottes!

Krank durch den Sorgengeist

Es gibt Kinder Gottes, die es noch nie gelernt haben, ihre Sorgen auf den Herrn zu werfen. Immer kreisen ihre Gedanken um die gerade vorliegenden Schwierigkeiten. Und vor allem meinen sie, für die Zukunft schon alles ordnen und bereithaben zu müssen. So machen sie sich hunderterlei Gedanken um Dinge, die doch nie so kommen werden, wie sie meinen. Wie unnötig quälen sie sich und andere durch diesen Sorgengeist. Wie sehr verunehren sie ihren großen, herrlichen Gott. Wie schaden sie ihrer Seele. Und dabei vermögen sie mit allem Sorgen noch nicht ein Haar weiß oder schwarz zu machen. Es ist umsonst, dass ihr früh aufsteht und spät aufbleibt und sauer erworbenes Brot esst; solches gibt Er seinem Geliebten im Schlaf! (Ps. 127,2) An Gläubigen, die den Sorgengeist haben, kann der Heilige Geist nicht viel ausrichten; denn der Dornbusch der Sorge überwuchert die ganze Gedankenwelt und macht das Herz unfähig, das köstliche Wort Gottes in Ruhe aufzunehmen und eindringen zu lassen. Alsbald wird es erstickt durch die Sorgendornen. Sorgenvolle Gotteskinder kennen die Größe, Macht und Herrlichkeit ihres himmlischen Vaters nicht und lernen sie auch nicht kennen. Ihr Unglaube bindet Ihm die Hände, dass Er sie gar nicht so segnen und erfreuen kann, wie Er so gerne möchte: Und er tat dort nicht viele Wunder um ihres Unglaubens willen. (Mt. 13,58) So wird aus ihnen nie das, was Gott in Seinem heiligen Liebesplan sich vorgenommen hatte, es sei denn, sie erkennen in aufrichtiger Beugung ihren Unglauben und ihre Torheit als Sünde und lassen sich freimachen. Wie einfach ist doch der Weg zu Freiheit, Friede und Freude: Wirf dein Anliegen auf den Herrn, und er wird für dich sorgen; er wird den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen! (Ps. 55,23) Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch. (1Pt. 5,7) Wir haben Gotteskinder gekannt, die doch noch wirklich geheilt wurden vom Sorgengeist, die es spät doch noch lernten, ihrem herrlichen Gott zu vertrauen, Gutes und Großes von Ihm zu erwarten und zu erbitten. O, wie fröhlich wurden sie, wie reich in ihrem Gott. Welche ganz neuen Erlebnisse und Erfahrungen wurden nun ihrem Glauben zuteil; wie kostbar wurden ihnen nun all die Zusagen und Verheißungsworte ihres Herrn.

Krank durch Unaufrichtigkeit

Für ein Kind Gottes ist es entscheidend, ob es in der Wahrheit wandelt! Johannes schreibt: Ich habe keine größere Freude als die, zu hören, dass meine Kinder in der Wahrheit wandeln. (3Joh. 4) Allerdings versteht Johannes hierunter weit mehr, als nur, dass man die Lüge meidet. Jede bewusste Unwahrheit und Heuchelei im täglichen Leben, in der Familie oder im Geschäftsleben, in Worten, Briefen oder Ausdrücken bringt ein Kind Gottes unter den Einfluss und in das Machtgebiet des Satans! Denn er ist ein Lügner und der Vater derselben. (Joh. 8,44) Ja, Unwahrhaftigkeit oder Heuchelei ist die gefährlichste Krankheit eines Kindes Gottes, weil sie die Wirkungen des Heiligen Geistes und des Wortes Gottes vom Herzen und Gewissen ausschließt. Ein unlauteres Herz hört die Stimme des guten Hirten nicht mehr! Und es ist gar nicht auszusprechen, wohin ein unwahr gewordenes Kind Gottes vom Feinde getrieben werden kann. Ja, diese finstere Macht der Lüge ist aufs Äußerste zu fürchten! Es bedarf in jedem Falle, in welchem gegen die Wahrheit gefehlt wurde, der Buße, der Umkehr und eines ganzen Bruchs mit der Unlauterkeit durch demütiges Bekenntnis. Jesus kann einen bisher unaufrichtigen Menschen wirklich lauter, demütig und aufrichtig machen. Die Schrift sagt: Wohl dem Menschen […] in dessen Geist keine Falschheit ist! (Ps. 32,2) Es wird allerdings in den meisten Fällen durch wiederholte ernsthafte Kämpfe und Demütigungen gehen, wenn man oft der Unwahrhaftigkeit Raum gegeben hat und nun wahrhaftig werden will. Aber wir dürfen glauben: Der Herr Jesus hat schon die Macht der Lüge gebrochen – den Teufel besiegt: Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er die Werke des Teufels zerstöre. (1Joh. 3,8) Die Menschen erwarten von einem Gläubigen unbedingte Wahrhaftigkeit und Zuverlässigkeit. Die Lügen eines Bekenners Jesu berauben das Zeugnis des Glaubens allen Ansehens vor der Welt. Und wie wichtig, dass die Geliebten Gottes untereinander in Aufrichtigkeit und Lauterkeit verkehren! Darum legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, jeder mit seinem Nächsten, denn wir sind untereinander Glieder. (Eph. 4,25) Dies ist was der Herr hasst und ihm ein Gräuel ist: Ein Herz, das böse Pläne schmiedet und Ein falscher Zeuge, der Lügen ausspricht. (Spr. 6,16-19) Zu den größten und schwersten Heucheleien eines Gläubigen gehört es, wenn er durch öffentliches Auftreten als Zeuge des Evangeliums oder durch vertraute Teilnahme an der Gemeinschaft der Kinder Gottes den Schein erweckt, ein Leben mit Gott zu führen, während sein Gewissen mit Sünde befleckt oder sein Weg und Wandel dem Herr missfällig ist! Wir alle sollten einstimmen in die Bitte des Psalmisten: Halte den Weg der Lüge fern von mir und begnadige mich mit deinem Gesetz! (Ps. 119,29)

Krank durch Ungehorsam in kleinen Dingen

Manche Gläubige stehen noch derart unter dem Gesetz vom Sinai, dass sie nur moralische Fehltritte (Lüge, Unredlichkeit, Unreinheit) nach den Geboten als Sünde verurteilen. Und doch redet schon das Gesetz so klar vom Ungehorsam gegen Gott, als der Sünde aller Sünden. Es kommt auf deine ganze Herzenseinstellung dem Herrn gegenüber an! Er spricht: Gib mir, mein Sohn (das Wort gilt auch jeder Tochter), dein Herz, und lass deinen Augen meine Wege wohl gefallen! (Spr. 23,26) O dass du doch auf meine Gebote geachtet hättest! Dann wäre dein Friede wie ein Wasserstrom gewesen und deine Gerechtigkeit wie Meereswellen. (Jes. 48,18) In diesen Worten vernehmen wir die göttlichen Vorbedingungen für Seine Segnungen. Der Ungehorsam und Eigenwille vieler Kinder Gottes beraubt ihr Leben des Wachstums, ihr Zeugnis der Kraft und ihre Persönlichkeit der Heiligung. Sie werden nicht wirklich gottgeweihte Menschen. Sie kommen nie zu einem wirklichen Bleiben in Jesu, und darum bringen sie auch nicht die gottgewollte Frucht. Sie meinen, es handle sich bei ihrem Eigenwillen und Ungehorsam um kleine, unwesentliche Dinge: z.B. Trägheit, übereilte Worte, verschwendete Groschen, versäumte Minuten. Ach, sie wissen nicht, dass gerade diese kleinen Füchse den Weinberg eines Christenlebens verderben, und darum fangen sie dieselben nicht. In Wahrheit blickt ihr Herz nicht in heiliger Liebe und Dankbarkeit nach dem Herrn, um in demütiger Abhängigkeit von Ihm zu wandeln, zu arbeiten, zu ruhen, zu reden und zu schweigen. So wird die Arbeit des Heiligen Geistes in ihnen verhindert. Sie wachsen nicht hinein in die Jesusähnlichkeit. Jesus sagt: Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, der ist auch im Großen ungerecht. (Lk. 16,10) Kein Wunder, dass solche Gotteskinder auch in den großen Proben versagen. Ungehorsam zieht Unsegen, ja Fluch nach sich. Ungehorsam ist Majestätsbeleidigung gegen unseren liebenden Herrn. Ja, der Eigenwille, das Widerstreben gegen den erkannten Willen, gegen das klare Wort des Herrn sind Sünden, welche in den Augen Gottes schwerer wiegen als das Überwundenwerden in einer augenblicklichen Versuchung. In welch traurige Verfassung geraten doch solche Kinder Gottes; wie viel selbstverschuldete Schwierigkeiten und Leiden haben sie zu tragen: Weil sie den Worten Gottes widerstrebt und den Rat des Höchsten verachtet hatten, sodass er ihr Herz durch Unglück beugte - sie strauchelten, und niemand half ihnen. (Ps 107,11-12) Wird es Gott noch gelingen, sie zu willigen, gehorsamen Kindern zu machen?

Krank durch ungöttliche Verbindungen

Verlobung und Ehe mit einem unbekehrten Menschen, geschäftliche Verbindungen mit Unbekehrten in derselben Firma, Berufswahl ohne göttliche Zustimmung, Freundschaften mit Weltkindern, welchen gegenüber man das Zeugnis von Jesus unterlässt, um die Freundschaft nicht zu stören, das eigenwillige Eintreten in eine Stellung, in welcher man durch die Macht der Menschen zum Welt- und Sündendienst gezwungen wird – das alles bedeutet Verbindungen, welche im Widerspruch stehen mit dem Gnadenbunde, den der Herr mit Seinen Erlösten durch die Blutbesprengung geschlossen hat. Solche Freundschaften und Verbindungen berauben ein Gotteskind jener heiligen Freiheit, für die es freigemacht worden ist, nämlich: seinem Gott zu leben und zu dienen! Das musste König Josaphat tief empfinden, als er durch seine Verschwägerung und Freundschaft mit dem gottlosen Ahab ins Kampfgedränge, in Niederlage, ja, in höchste Lebensgefahr geriet. Nur Gottes Hand brachte ihn noch heil heraus. Und der Prophet Jehu musste ihm den göttlichen Vorwurf aussprechen: Solltest du so dem Gottlosen helfen und die lieben, welche den Herrn hassen? (2Chr. 19,2) Der Herr hat für Seine Geliebten einen ganz anderen Weg – den Weg des Geschiedenseins von Welt und Sünde, den Weg heiliger Weihe für Gott, heiliger Gemeinschaft mit Gott: Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf den Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Spötter sitzen, sondern seine Lust hat am Gesetz des Herrn und über sein Gesetz nachsinnt Tag und Nacht. Der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht, und alles, was er tut, gerät wohl. (Ps. 1,1-3) Das ist gesundes Glaubensleben. Aber ach, wie viele Gläubige kranken an ungöttlichen Verbindungen. Sie fühlen sich gezwungen, dies und jenes mitzumachen, um die Verwandten oder Bekannten, die Kollegen oder Vorgesetzten nicht zu beleidigen. Sie haben nicht die Kraft, Nein! zu sagen. So wird man in das Wesen der Welt hineingezogen – je länger, je mehr. Man fühlt sich unter den entschiedenen Gotteskindern nicht mehr wohl; das Bekenntnis zu Jesus und zum entschiedenen Christentum unterbleibt, weil es nicht passt zu den Freunden, an die man sich gebunden hat. Wer der Orpa gleicht, kann nicht den Weg der Ruth gehen. Orpa kehrte zu ihrem Volke und zu ihren Göttern zurück. Ruth dagegen blieb von allem Alten gelöst um des Herrn, des lebendigen Gottes willen. Was sie zu ihrer gläubigen Schwiegermutter sprach, das möge unser Bekenntnis zu Jesus bleiben bis ans Ende: Wo du hingehst, da will ich auch hingehen, und wo du bleibst, da will ich auch bleiben; dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott! (Ruth 1,16) Diese volle Entschiedenheit für den Herrn Jesus in allen Fragen und in allen Stücken ist der Weg des Segens. Diesen Weg ging Paulus: Das sei ferne! Denn wenn ich das, was ich niedergerissen habe, wieder aufbaue, so stelle ich mich selbst als Übertreter hin. Nun bin ich aber durch das Gesetz dem Gesetz gestorben, um für Gott zu leben. Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich selbst, sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat. (Gal. 2,19-20) Wird dieser klare Weg abgelehnt, so beginnt ein Christentum der Kompromisse, der Ausgleichsverhandlungen, des Nachgebens und des Gebundenseins an Menschen und an Verhältnisse. Solches Christentum ist krank und kraftlos; es fehlt ihm die Zeugenkraft, die Salzkraft, die Leuchtkraft!

Krank durch ein unreines Herz

An dieser Krankheit kranken heute Tausende von Kindern Gottes. Man kann ihnen eine Bekehrung nicht absprechen. Vielleicht siegte auch wirklich in der ersten Zeit die Macht der göttlichen Gnade über die unreinen Triebe ihrer Natur. Aber es fehlte von Anfang an die tiefe Beschämung und Beugung über die Befleckungen der Vergangenheit. Man fand vielleicht nicht den klarblickenden, geheiligten Seelsorger (oder, soweit es Frauen und Mädchen angeht: die gereifte, vor Gott stehende Seelsorgerin), der mit Ernst und Gnade, mit Liebe und Heiligkeit die Buße zu vertiefen verstand. Vor allem ließ man die Schrift und den Geist Gottes nicht gründlich weiterarbeiten an Herz und Gewissen. Die Gedankenwelt wurde dem Herrn nicht ausgeliefert; man betete nicht tief und ernstlich um Bewahrung vor sündigen Gedanken, Blicken und Regungen. Und siehe da, oft nach erstaunlich kurzer Zeit war der Bekehrte von neuem in Gedanken und Gewohnheiten hineingezogen und gebunden, die eines Nachfolgers Christi so sehr unwürdig sind – Befleckungen, deren man sich vor Gott und Menschen so tief schämen muss, die so ganz der alten, gefallenen Natur angehören und von denen ein Kind Gottes ferne sein sollte, denn das Ende derselben ist der Tod. (Röm. 6,21) Es gibt keine Sünde, die den Menschen so tief nach Leib, Seele und Geist schädigt, die den Charakter so verdirbt und das Ebenbild Gottes so entstellt, wie die Fleischessünde – mag sie nun in Gedanken, Regungen oder greifbaren Taten bestehen. Den gläubigen Korinthern schreibt Paulus: Flieht die Unzucht! Jede Sünde, die ein Mensch sonst begeht, ist außerhalb des Leibes; wer aber Unzucht verübt, sündigt an seinem eigenen Leib. (1Kor. 6,18) Und wie furchtbar, dass ein Gläubiger, der auf diesem Gebiet nicht rein und heilig ist, in den meisten Fällen noch andere mit herunterzieht – er, der doch berufen wäre, ein Segen, ein Vorbild für andere zu sein! Petrus schreibt: Geliebte, ich ermahne euch als Gäste und Fremdlinge: Enthaltet euch der fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten; und führt einen guten Wandel unter den Heiden, damit sie da, wo sie euch als Übeltäter verleumden, doch aufgrund der guten Werke, die sie gesehen haben, Gott preisen am Tag der Untersuchung. (1Pt. 2,11-12) O. wie leidet das innere Leben, das Gott erweckt hatte, unter diesem Sündengift. Der Bekehrte quält seine von Gott erneuerte Seele mit diesen unreinen Dingen und bringt sie von neuem in Knechtschaft. Er kommt niemals zum Sieg, zu dauernder Freude, es sei denn, er bricht unter tiefer Buße und Reue völlig mit diesen Sündengewohnheiten. Kind Gottes, bist du auf diesem Gebiet gebunden, so vertraue dich einem bewährten, verschwiegenen Seelsorger an (Frauen und Mädchen einer Seelsorgerin) – schriftlich oder mündlich. Gerade von dieser finsteren Sünde wird man nur frei, wenn man sie ins Licht der göttlichen Gegenwart bringt. Erst wenn man sie unter tiefer Reue und Beschämung in heiliger Stunde ausspricht, erkennt und empfindet man sie in ihrer ganzen Hässlichkeit und Niedrigkeit und schämt sich ihrer gründlich. Man braucht auch Fürbitte und möglichst das gemeinsame Gebet mit einem älteren geheiligten Menschen, der vor Gott steht. Wir können aber aus viel Erfahrung sagen: Die Gnade kann und will auch von dieser Sünde ganz frei – ja, dauernd frei machen.

Krank durch unterlassenes Bekenntnis zu Jesus

Viele Christen antworten auf die Frage: Bist du gerettet?, mit Ja. Aber auf die Frage: Bist du glücklich? müssen sie sagen: Nein! Es gibt natürlich mancherlei Ursachen für diesen kranken Zustand. Eine der häufigsten ist das unterlassene Bekenntnis der empfangenen Gnade: Mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit – das ist eine Wahrheit. Mit dem Munde wird bekannt zum Heil! – das ist eine andere Wahrheit (Röm. 10,10). Die Freude des Heils fehlt da, wo das Bekenntnis der Lippen gegenüber den Kindern der Welt aus Menschenfurcht versäumt wird! Wo es aber aus freudigem, dankbarem Herzen stattfindet, da bekennt der Herr Jesus den Namen Seines Bekenners vor dem Vater und sendet Freude und Kraft ins Herz! Wie wichtig ist es, dass Neubekehrte ohne Aufschub die erlebte Gnade und die erfahrene Rettung in ihrer Familie und Verwandtschaft, vor ihren Freunden und Berufsgenossen bekennen. Ja, dass sie sich durch ein ganz verändertes Verhalten klar auf die Seite des Herrn Jesu stellen. Kommt her, hört zu, ihr alle, die ihr Gott fürchtet; ich will erzählen, was Er an meiner Seele getan hat! (Ps. 66,16) Jeder Tag, um welchen dieses Bekenntnis aufgeschoben wird, macht es schwerer. Am ersten Abend sollte ein gläubiger Lehrling in der neuen Stellung vor den Augen des unbekehrten Schlafgenossen seine Knie an seinem Bett beugen, ehe er zur Ruhe geht – am ersten Tag sein stilles Tischgebet beim Essen halten und seine Bibel lesen, sobald er freie Zeit dazu hat! So in allen Lebensverhältnissen: gläubige Schüler und Schülerinnen, gläubige Arbeiter, Ärzte, Regierungsbeamte, usw. Es gibt kein Herzensglück, keinen Frieden, keine Kraft für ein Gotteskind ohne ein freudiges, klares Bekenntnis zu unserem herrlichen Heiland! Als Jesus den Besessenen aus seinen furchtbaren Ketten und Qualen befreit hatte und dieser Ihm so dankbar war, da sprach Er zu ihm: Geh in dein Haus, zu den Deinen, und verkündige ihnen, welch große Dinge der Herr an dir getan und wie er sich über dich erbarmt hat! (Mk. 5,19) Ich will den HERRN preisen allezeit, sein Lob soll immerzu in meinem Mund sein. Meine Seele rühme sich des HERRN; die Elenden sollen es hören und sich freuen. (Ps. 34,2-3) Es ist ein falscher Rat, wenn man Neubekehrten sagt: Sei nur ganz still! Lass die Menschen an deinem Wandel merken, dass du bekehrt bist! Natürlich ist der Wandel entscheidend; aber das klare Bekenntnis der Lippen gehört dazu! Eins bestätigt das andere. Wohl gibt es vorlaute Naturen, die mit dem Munde sehr schnell dabei sind, während man klar sieht, dass es in ihrem Verhalten noch gar nicht stimmt! Solchen muss man allerdings sagen: Rede nicht so viel, sondern zeige erst mal an deinem ganz veränderten Wesen und Tun, dass Jesus etwas an dir getan hat! Christen, welche ihren Glauben, ihre Rettung, die erfahrene Gnade ihres wunderbaren Herrn verschweigen, werden immer bedrückt und kraftlos sein!

Krank durch Unversöhnlichkeit

Unversöhnliche Gläubige gleiten über die ernsten Warnungen und Mahnungen des Herrn hinweg, als ob dieselben nur für andere in der Bibel ständen. Da kann es geschehen, dass Gläubige zum Tisch des Herrn gehen, ohne den Menschen gegenüber die Versöhnung gesucht und jeden Hader aus dem Weg geräumt zu haben. Wie tief betrübend! Gottes Wort sagt: Wer also unwürdig dieses Brot isst oder den Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig am Leib und Blut des Herrn. (1Kor. 11,27) Und wie will man überhaupt auch nur im Gebet Gott nahen? Und wenn ihr dasteht und betet, so vergebt, wenn ihr etwas gegen jemand habt, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen vergibt. Wenn ihr aber nicht vergebt, so wird auch euer Vater im Himmel eure Verfehlungen nicht vergeben. (Mk. 11,25-26) Ja, Unversöhnlichkeit ist eine dunkle Scheidewand zwischen der Seele und Gott – etwas, das am innersten Lebensmark frisst und zehrt und den Menschen, das Kind Gottes, tief unglücklich macht: Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind […] Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Neid […] und dergleichen, wovon ich euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt habe, dass die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden. (Gal. 5,19-21) Das musste Paulus in seinen Tagen an Gläubige schreiben. Und Gläubigen muss man heute dasselbe sagen. Jesus spricht: Wenn du nun deine Gabe zum Altar bringst und dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar und geh zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und opfere deine Gabe! (Mt. 5,23-24) Ja, Streitigkeiten sind wie der Riegel einer Burg. (Spr. 18,19), sie verschließen dem Heiligen Geist jeden Zutritt, jede Einwirkung - sie vertreiben den Herrn Jesus aus Herz und Haus! Wo man so dem Feinde Raum lässt, wird alles verwüstet, das äußere und das innere Leben. Friede und Freude rückt himmelfern. Kein Gebet dringt durch bis zu Gott aus diesem Zustand! Unversöhnlichkeit liegt da zwischen Vater und Sohn, zwischen Mutter und Tochter, zwischen Brüdern und auch zwischen Schwestern. Unversöhnlichkeit kommt sogar vor – schrecklich zu sagen – unter gläubigen Ehegatten. Dabei ist die Frage, auf welcher Seite die Schuld liegt, gar nicht die wichtigste. Kommt einander in Liebe und Demut entgegen! Ertragt einander und vergebt einander, wenn einer gegen den anderen zu klagen hat; gleichwie Christus euch vergeben hat, so auch ihr. (Kol. 3,13) O, wie kostbar, wenn es endlich der Sonne der Liebe Jesu gelingt, hart gewordene Herzen zu schmelzen und wieder eins zu machen. Was aber, wenn Hass und Hader, Neid und Streit bestehen bleiben unter solchen, die von Gott zusammengefügt sind, um der Welt gegenüber ein einheitliches (gemeinsame, sichtbares) Zeugnis von Seiner rettenden Gnade zu sein? Wie kann da etwas ausgerichtet werden? Ach, da muss man sagen: Denn der Name Gottes wird um euretwillen gelästert unter den Heiden. (Röm. 2,24) Eine Frau konnte nicht zum Frieden kommen. Immer, wenn sie niederknien und beten wollte, war es ihr zumute, als würde eine unsichtbare Hand sie würgen und die Worte im Keim ersticken. Schließlich suchte sie einen Seelsorger auf und vertraute sich ihm an. Der fragte dies und fragte das, vermochte aber lange nicht, die Ursache dieses Zustandes zu finden. Endlich fragte er: Liebe Frau, haben Sie allen Menschen, die Sie auf Gottes weiter Erde kennen, vergeben? Haben Sie auch alles vergessen? Kurz und schroff kam’s zurück: Nein! Wollen Sie es nicht tun? Wiederum hieß es hart: Nein! Warum nicht? Das, was die mir angetan hat, kann ich nun und nimmer (jetzt und auch zukünftig nicht) vergeben und vergessen, das wird im Herzen bleiben, solange ich lebe. Liebe Frau, Sie müssen vergeben, sagte der Seelsorger, und las ihr die Stelle aus der Bergpredigt vor. Ich kann nicht. Wenn Sie nicht können, kann Gott auch nicht. Sie kennen doch die Geschichte vom Schalksknecht? Alles Zureden, Drängen und Mahnen in heiligem Ernst und brennender Liebe half nichts; die Frau blieb bei ihrer Weigerung, ging ohne Frieden wieder nach Hause, und kam nicht lange darauf in die Psychologie.

Krank durch Weltfreundschaft

Aus einer verlorenen, vom Satan beherrschten Welt sind die Gläubigen gerettet. Der Vater hat sie dem Herrn Jesus aus der Welt gegeben, damit sie nun Sein Herz erfreuen und der Welt gegenüber Seine Zeugen – Zeugen Seiner heiligen, rettenden Liebe seien! Sie sind nun nach Gottes Willen und sollen sein Geheiligte durch Wahrheit; d.h. das Wort und der Wille Gottes ziehen eine klare Grenzlinie zwischen ihrem Leben und dem Leben der Welt – zwischen ihren Anschauungen und den Anschauungen der Welt. Gott, der Gott der Herrlichkeit, hat sich ihrer erbarmt und sie durch Jesus aus Gnaden an Sein Herz und in Seine Gemeinschaft gezogen. Nun sollen sie Briefe Jesu Christi sein, in welchen die Welt etwas ganz Neues liest: Göttliches Leben, göttliche Liebe, Gerechtigkeit, Friede und Freude. Unser Brief seid ihr selbst, in unsere Herzen geschrieben, erkannt und gelesen von jedermann. Es ist ja offenbar, dass ihr ein Brief des Christus seid, durch unseren Dienst ausgefertigt, geschrieben nicht mit Tinte, sondern mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Tafeln, sondern auf fleischerne Tafeln des Herzens. (2Kor. 3,2-3) Das ist gesundes Christentum! Aber es ist ein Feind da, der alles darauf anlegt, die Erlösten zurückzuziehen auf den alten breiten Weg! Er lockt sie von Neuem in seine Netze; er bietet ihnen die Lust des Fleisches, die Lust der Augen, den Hochmut des Lebens an. Harmlos stellt er ihnen diese Dinge vor und das Mitmachen als ungefährlich. Er sagt: Übertreibe es doch nicht mit deinem Christentum; du bereitest dir ja so viel unnötige Kämpfe! Ja, die Welt bietet ihnen von neuem ihre Freundschaft an. Aber die Freundschaft mit der Welt ist Feindschaft gegen Gott, Ehebruch Gott gegenüber, der uns in diese heilige Verbindung mit sich selbst brachte! O, wie listig ist der Feind, wie gefährlich sind seine Lockungen! Die Wahrheit ist, dass die Welt die echten Kinder Gottes hasst und dass der Teufel auf jede Weise das Zeugnis der rettenden Gnade Gottes zunichtemachen will. Ja, die Gefahr der Verweltlichung umgibt uns von allen Seiten. Die durch Weltfreundschaft geschädigten und gebundenen Kinder Gottes sind aller Kraft und Freude, aller wahren Freiheit beraubt; sie müssen so tun, wie ihre unbekehrten Verwandten und Freunde es wollen – wie der Teufel es will! In welche Gefahren und Schwierigkeiten innerer und äußerer Art begab sich doch der fromme König Josaphat, als er sich erst mit dem gottlosen Ahab verschwägerte und dann in einen gemeinsamen Kriegszug mit ihm einwilligte! Wenn wir der Welt auch nur den kleinen Finger geben, so nimmt sie bald die ganze Hand. Ja, der Satan würde das untreue Kind Gottes ganz verderben und verschlingen, wenn der Herr nicht noch riefe, warnte und die Hand nach demselben ausstreckte! Nicht umsonst schreibt Paulus uns: Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann; dem widersteht fest im Glauben! (1Pt. 5,8-9) Paulus ermahnt: Seid nicht gleichförmig dieser Welt! (Röm. 12,2) Das bezieht sich auf alle Gebiete unseres Lebens: Kleidung und Haartracht, Benehmen und Gespräche, Arbeit und Erholung, Bücher und Zeitschriften, Wohnungseinrichtung usw. (Radio, Fernsehen, Videofilme, Internet sind heutzutage wohl noch hinzuzufügen). Kein Gläubiger kann im Theater, im Zirkus, auf Sportfesten oder auf dem Ball (heute z.B. in einer Diskothek und im Kino) ein Zeuge für Christum sein! Alle diese Veranstaltungen und weltlichen Bestrebungen verfolgen den Zweck, die Nähe der Ewigkeit und die Gegenwart des heiligen Gottes dem Bewusstsein der Menschen fern zu rücken – zu verhüllen. Der Teufel will die Menschen betrügen durch die Lust und Mühen der vergänglichen Dinge. Kind Gottes, wenn du in die Welt, in ihre Bestrebungen und ihre Freundschaft hineingezogen wurdest: Rette dich! [ …] Gönne deinen Augen keinen Schlaf und deinen Lidern keinen Schlummer! Rette dich wie eine Gazelle aus der Schlinge des Jägers und wie ein Vogel aus der Hand des Vogelstellers! (Spr. 6,3-5)